Amazon startet Sortierzentrum Kent

Sortierzentren des Einzelhandelsriesen sind eine neue Art Lager, die Amazon in die Lage versetzen, Paketsendung länger zu kontrollieren und sie folglich direkt an nahegelegene Poststationen zu liefern.

Das Sortierzentrum in Kent (Ohio) hat vor wenigen Wochen seinen Betrieb aufgenommen. Dort wimmelt es nun nur so von gepackten Paketen, voll mit Artikeln, die Amazon-Kunden bestellt haben.

Diese Pakete schwirren entlang einem Labyrinth von Förderbändern, wo Computer und Arbeiter sie sortieren, um sie an nahegelegene Poststationen auszuliefern.

Mit der Kontrolle des Lieferprozesses bis hin zu der letzten Meile, kann Amazon Kundensendungen an Sonntagen zustellen. Dieser Dienst erfolgt in Kooperation mit dem U.S. Postal Service, der vergangenen November bekannt gegeben wurde.

Mit der Eröffnung des Sortierzentrums in Kent, hat die Sonntagszustellung in den USA begonnen.

Direkt neben dem Sortierzentrum in Kent errichtet Amazon zusätzlich ein neues Fulfillment Center und zudem wurden in den vergangenen Wochen still und leise weitere Sortierzentren in Atlanta, Dallas, Houston, Phoenix, Avenel (New Jersey), Hebron (Kentucky) und San Bernardino (Kalifornien) in Betrieb genommen.

Bis Ende des Jahres will Amazon mehr als 15 Sortierzentren in den USA installiert haben. Jedes Einzelne wird mehrere hundert Arbeitnehmer beschäftigen.

Die Sortierzentren sind sinnvoll, da Amazon so groß geworden ist.

Amazon wird nicht offen legen, wie viele Paket täglich versandt werden, noch wird man sagen, wie viele Pakete die Anlage in Kent durchlaufen, einzig, dass es zehntausende pro Tag sein werden, wird mitgeteilt.

Erst dieses massive Volumen macht es finanziell sinnvoll, den Versand so vieler Sendungen bis zur letzten Meile zu kontrollieren und zu steuern.

Größe und Ausmaß des Geschäftsvolumens erlauben es Amazon nun, den Fulfillment Service (und somit das Einkaufserlebnis seiner Kunden) nochmals zu optimieren.

Sortierzentrum hilft bei Auslieferung

Die Erhöhung der Geschwindigkeit bei der Auslieferung von Bestellungen ist folglich oberste Priorität für Amazon. Der Einzelhandelsriese kann gegenüber herkömmlichen Einzelhändlern viele Vorteile bieten.

Eklatanter Nachteil des Onlinehandels ist jedoch, dass der Buchladen oder die Elektronikkette sofortige Befriedigung bieten, wenn der Kunde mit dem gekauften Produkt den Laden verlässt.

Mit Sortierzentren macht Amazon einen weiteren Schritt, hin zur Überwindung des Haupthindernisses für Kunden online einzukaufen.

Letztlich möchte Amazon mit Hilfe von Sortierzentren eine Zustellung am Folgetag erreichen.

Amazon Sortierzentrum Kent. Amazon Mitarbeiter im Sortierzentrum Kent. Quelle: Columbian.com
Amazon Sortierzentrum Kent.
Amazon Mitarbeiter im Sortierzentrum Kent.
Quelle: Columbian.com

Und Kontrolle ist der Schlüssel für Amazon. In der vergangenen Vorweihnachtszeit, war Amazon von Lieferverzögerungen der Paketzusteller betroffen, was einige Kunden ohne Geschenk unter ihrem Weihnachtsbaum zurückließ.

Paketzusteller bestätigten, dass sie mit dem immensen Volumen an Pakten nicht gerechnet hatten und überfordert waren.

Für diese Verzögerungen zollte Amazon seinen Kunden Tribut, erstattete Versandkosten und bot 20-USD-Geschenkkarten an.

Das Unternehmen liefert bereits Lebensmittel und viele andere Nonfood-Artikel durch seinen Service AmazonFresh, der in Seattle, Los Angeles und San Francisco verfügbar ist.

Und The Wall Street Journal (US) berichtetet im April, dass Amazon Direktzustellungen an seine Kunden testet, in Umgehung aller Paketzusteller.

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