Amazon stellt seine Mietshoplösung Amazon Webstore 2016 ein.
Amazon ist fraglos einer der größten E-Commerce-Einzelhändler der Welt.
Wenn es einen Bereich gibt, in dem das Unternehmen keine Fortschritte gemacht hat, dann stolpert man zweifelsohne über die Bemühungen, Händlern eine E-Commerce-Plattform als Mietshoplösung anzubieten.
Amazon Webstore wird 2016 eingestellt
Seit einiger Zeit ist bekannt, dass der Internetgigant seine Mietshoplösung Webstore im Juli 2016 beendet wird.
Der Internetgigant hat bereits damit begonnen Einzelhändler zu informieren, die die Webstore E-Commerce-Plattform auf ihren eigenen Sites verwenden.
Auch auf der eigenen Homepage (nicht mehr erreichbar: webstore . amazon . com) wies Amazon darauf hin, dass keine neuen Anmeldungen für den Dienst möglich waren.
In Deutschland wurde der Service bereits Mitte 2014 eingestellt.
Amazon.com informierte seine Kunden per E-Mail, dass der Dienst eingestellt wird und versprach, Händler bei der Migration ihrer E-Commerce-Operationen zu einer anderen Plattform zu unterstützen.
MarketingLand.com hat eine solche E-Mail veröffentlicht:
Wir verstehen, dass Ihre eigene Website wichtig für Ihr Geschäft ist. Wir werden den Dienst Amazon Webstore bis zum 1. Juli 2016 aufrecht erhalten und geben Ihnen 15 Monat Zeit, sich auf die Umstellung vorzubereiten.
Stellen Sie sicher, dass Sie alle relevanten Daten von Ihrem Amazon Webstore bis zum 1 Juli 2016 sichern, da Sie nach diesem Datum keinen Zugang mehr zu Amazon Webstore Inhalten oder Features haben werden. Der Datenexport kann benutzt werden, um zu einer neuen Plattform zu migrieren.
Die frühe Warnung gibt den Nutzern der Mietshoplösung Amazon Webstore die Gelegenheit, einen alternativen Anbieter einer E-Commerce-Plattform zu finden. Amazon sagt, dass man aktuellen Kunden helfen will, eine Lösung zu finden.
Die Einstellung der Mietshoplösung Webstore im kommenden Sommer bedeutet, dass der Dienst gerade einmal 6 Jahre angeboten wurde. Ursprünglich wurde der Amazon-Dienst im Mai 2010 gestartet.
Offenkundig gibt Amazon seinen Dienst auf, weil man nicht in der Lage war, einen ausreichend großen Kundenstamm aufzubauen.
Der Amazon-Dienst richtete sich im Besonderen an kleine und mittlere E-Commerce Einzelhändler.
Die Mietshoplösung Webstore erlaubte es E-Commerce Einzelhändlern, die amazoneigene Plattformstruktur zu nutzen, während der Webstore auf der eigenen Domain aufsetzte.
Wo das Problem lag

Quelle: Webstore.amazon.com
Als Amazon die Einstellung der Mietshoplösung bekannt gab, waren gerade einmal 100 Händler für den Dienst registriert.
Nach einem Bericht von Internet Retailer, waren Einzelhändler wohlmöglich nicht sonderlich von dem Amazon-Dienst angetan, da das Angebot zu stark mit Amazon verbunden war.
Ein Einzelhändler teilte Internet Retailer bspw. mit, dass der Name Amazon auf allen Produktdetailsites zu sehen war und potentielle Kunden dann lieber direkt bei Amazon kauften, anstatt bei ihm.
Denkbar ist aber auch, dass Amazon schlicht und einfach nicht konkurrieren wollte.
Die Profite, die der Internetgigant mit seiner Mietshoplösung Webstore erzielte, waren wohl eher unwesentlich. Daher wurde aus einem ursprünglich als strategisch angelegtem Geschäftsfeld wohl ein lästiger Klotz.
Mit der Einstellung von Amazon Webstore kann Amazon seine Ressourcen neu zuteilen und sich seinen profitableren Segmenten zuwenden.
