10 Ideen für tolle Einblicke: Wertvolle Daten aus Marketplaces.

Zuletzt aktualisiert am 23. April 2019 um 10:39

In diesem Beitrag erfahren Sie, auf welche Weise wertvolle Daten aus Marketplaces gehoben werden und für die Entwicklung Ihrer Marke optimal eingesetzt werden können. E-Commerce hat sich zu einem Zeitalter der Daten für Marken und Hersteller entwickelt. Für Marken und Hersteller sind die Einstiegsbarrieren hinsichtlich des Messens von Kundeninteraktionen gesunken. Im gleichen Atemzug wurde die Kundenbindung erhöht, als zusätzliche virtuelle Berührungspunkte neben den traditionellen Einzelhandelsgeschäften hinzugefügt wurden.

Daten aus Marketplaces

Marken und Hersteller haben nun mit Hilfe von Marketplaces wie Amazon und eBay eine zusätzliche Möglichkeit, Daten aus einem riesigen Einzelhandelskanal zu sammeln. Daten sind dabei aber nur so nützlich, wie die Einsichten, die sie eröffnen. Nachfolgend liste ich Ihnen 10 tolle Ideen auf, wie wertvolle Daten aus Marketplaces wirkungsvoll eingesetzt unglaubliche Einsichten ermöglichen können:

Wertvolle Daten aus Marketplaces: Bestelldaten

Wenn sie auf einem 3P Marketplace verkaufen, dann kaufen Kunden direkt von Ihnen. Damit erhalten Sie wertvolle Daten aus Marketplaces über Bestellungen, die die exakte Zeit und den genauen Standort des Bestellers widergeben.

1. Identifizierung von Werbemöglichkeiten

Wenn Sie etwa viele TV-Spots schalten, unterhalten Sie gewiss auch eine kostspielige Medien-Identifikations-Plattform, um den Effekt jedes einzelnen Spots messen zu können. Diese Systeme bauen i. d. R. auf Bestelldaten Ihrer Website oder einer Telefonnummer o. ä. im besagten Spot auf. Ihre Kunden verwenden allerdings nicht immer den Kanal, den Sie in Ihrem Spot vorgeben. Kunden werden ihre Lieblings-Einzelhandels- und Online Märkte aufsuchen, um zu prüfen, ob Ihr Produkt in ihren bevorzugten Kanälen angeboten wird. Für eine stetig wachsende Kundenzahl sind diese bevorzugten Kanäle diese Marketplaces. Ihre Medien-Identifikations-Plattform ist nur so gut, wie Daten inkorporiert werden, also integrieren Sie die Bestelldaten Ihrer Marketplaces in Ihre Medien-Identifikations-Plattform. Wenn Sie Ihrer Media-Identifikations-Plattform die Bestelldaten aus Ihren Marketplaces hinzufügen, verbessern Sie die Fähigkeiten Ihrer Plattform hinsichtlich einer besseren Anzeigenanalyse und befähigen Ihr Medien Einkaufsteam schwache Anzeigen zu erkennen und Erlöse zu steigern.

2. Identifizierung von Produktplatzierungen (product placement)

Ihr PR Team liefert großartige Arbeit, wenn Ihr Produkt in Magazinen, TV Shows und Blogartikel erscheint. Dies ist eine großartige Taktik, um das Markenbewusstsein zu erhöhen und die Verkäufe zu steigern. Wenn es um Produktplatzierungen geht, können Sie Kunden oft nicht mitteilen, wo das Produkt gekauft werden kann, eine sichtbare Webpräsenz ist hier besonders kritisch. Nach meiner Erfahrung mit einer Vielzahl von Herstellern in unterschiedlichen Kategorien, verzeichnet jeder Verkaufskanal drastisch variierende Auswirkungen von erfolgreicher Produktplatzierung. Mit einer Produktplatzierung könnte Ihr Produkt bspw. im Radiosender XY erscheinen. Vermutlich zögen die Verkäufe auf Marketplaces während der folgenden 3 Tage um bis zu 600 Prozent an, verglichen mit einem möglichen Zuwachs um 100 Prozent auf der markeneigenen Website. Ohne Zugang zu den Bestelldaten der Marketplaces könnten Sie die Produktplatzierung Ihres Produktes im Radiosender XY komplett falsch bewerten.

3. Bestellungen auf Marketplaces während einer Verkaufsaktion auf Ihrer Website

Mehr als je zuvor interagieren Kunden mit einem Produkt über viele verschiedene Kanäle, bevor dieses Produkt gekauft wird. Wenn Sie also in einem Kanal einen Nachlass bieten, wird in diesem Kanal wohlmöglich eine Erlössteigerung erzielt. Gleichzeitig könnten aber die Erlöse in anderen Kanälen rückläufig sein. Um einen Nachlass akkurat zu evaluieren, müssen Sie den Effekt desselben über alle Kanäle hinweg messen.

In Online Kanälen ist dies besonders wichtig, da es mittlerweile kinderleicht ist, die Preise einer Vielzahl Websites zum Zeitpunkt einer Kaufabsicht zu vergleichen. Einer meiner Mandanten startete z. B. eine Rabattaktion für 3 Tage auf der unternehmenseigenen Website. Während der Rabattaktion brachen die Erlöse auf Marketplaces um 70 Prozent ein und normalisierten sich wieder nach dem Ende der Aktion. Der tatsächliche ökonomische Wert der Nachlass Aktion war viel geringer als man ursprünglich annahm, denn der zusätzlich generierte Erlös auf der eigenen Website wurde losgelöst betrachtet von den Erlöseinbrüchen auf Marketplaces.

4. Bestellvolumen je Variation oder Kit bzw. Kollektion: Verkaufsverpackung

Wird ein neues Produkt für den Einzelhandel vorbereitet, sind die korrekten Prognosen der Mengen jeder Variation (Maße, Farbe, Größe der Packung etc.) wie sie an den Einzelhandel versandt werden sollen ein häufiges Problem. Traditionelle Einzelhändler haben begrenzten Regalplatz zur Verfügung, die Bestellung korrekter Mengen jeder Variation wird die Erlöse erheblich steigern. Andererseits ist der Regalplatz im E-Commerce unbegrenzt (zumindest virtuell). Um herauszufinden, welche Ihrer Variationen im Einzelhandel am populärsten sein wird, bieten Sie Ihre gesamte Produktlinie auf Ihrer Website und Marketplaces für einige Woche an, bevor Sie Ihre Distribution an den Einzelhandel beginnen. Sie könnten Ihre Daten sogar auf Postleizahlenbereiche zurechtschneiden, um regionale Differenzen und Unterschiede festzustellen. Ihre Einzelhändler werden begeistert sein (oder gar vor Glück schreien), wenn sie die genau benötigte Menge jeder Variation erhalten und sie werden viel schneller Nachbestellen, da sie Überbestände wenig populärer Variationen vermeiden.

Wertvolle Daten aus Marketplaces: Suchbegriffe

Da es die weltgrößte Produktsuchmaschine ist, sollten Sie den Suchbegriffen, die Kunden auf Amazon nutzen, besondere Aufmerksamkeit schenken. Der einzige Weg, an die Suchbegriffvolumen auf Amazon zu gelangen ist direkt an Amazon zu verkaufen und diese Extra Daten via Amazon Retail Analytics Premium (ARA Premium) einzukaufen. Zusätzlich zu den vielen Beeinträchtigungen, die ein Direktverkauf an Amazon mit sich bringt, verlieren Sie die wunderbaren und wertvollen Daten und Einblicke aus den oben besprochenen Abschnitten.

Glücklicherweise können Sie das Beste aus beiden Welten haben, wenn Sie als 3P auf dem Amazon Marketplace verkaufen und Amazon Sponsored Products wirksam einsetzen. Amazon Sponsored Products ist ein suchbegriffbasiertes PPC Model (PPC, Pay-Per-Click), das Anzeigen auf dem Amazon Marketplace ausliefert und Datenverkehr (web traffic) zu Ihren Listungen auf diesem Marketplace umleitet. 3P-Anbieter können Amazon Sponsored Products nutzen, um Ihre Suchbegriffperformance hinsichtlich Artikel, Verkäufe, CTR, Konversionen und durchschnittliche Kosten pro Verkauf (ACoS, average cost of a sale) zu messen. Um sich dem Suchvolumen von Suchbegriffen auf Amazon anzunähern, werfen Sie einen Blick auf die Impressionen, die Ihre Amazon Sponsored Products Anzeige pro Suchbegriff erhält. Sie sollten diese Messung jedoch mit größter Vorsicht behandeln, denn Sie müssen die Anzahl der Gesamt Impressionen kennen, von denen Ihre Anzeige einen Anteil erhält, um das aktuelle Suchvolumen eines Suchbegriffes von den Impressionen abzuleiten.

5. Amazon PPC vs. Google PPC

Die Einbindung von PPC Kampagnen auf Amazon ist ein großartiger Weg, zusätzliche Erlöse zu generieren, gleichzeitig wäre es aber auch eine tolle Möglichkeit Ihre PPC Kampagnen auf Plattformen wie Google Adwords zu optimieren. Die Kombinationen von Daten auf unterschiedlichen PPC Kanälen ist besonders wertvoll bei aus mehreren Wörtern bestehenden Suchbegriffen (longtail keywords), was allerdings einen hohen Arbeitsaufwand und eine Menge Zeit bedeutet, um signifikante Daten zu generieren. Wenn Sie Ihre PPC Daten aus verschiedenen Plattformen kombinieren, optimieren Sie Ihre Kampagnen i. d. R. viel schneller. Bei Amazon haben Sie auch die Möglichkeit ein automatisches Programm zu verwenden, wobei das System dann jenen Suchbegriff auswählt, von dem der Algorithmus annimmt, dass er im Zusammenhang mit Ihren Produkten die größte Relevanz aufweist. Dies wiederum könnte einem PPC Experten helfen, neue Suchbegriffe zu entdecken, auf die dann in anderen Kanälen geboten werden kann.

6. Suchbegriffe bei Amazon PPC: Produktbeschreibungen

PPC ist seit jeher eng an die organische SEO Arbeit gebunden. Sofern zu Daten für organische Suchbegriffe kein Zugriff besteht, ist PPC die einzige Quelle akkurater Daten über die Performance von Suchbegriffen. Wenn Sie Ihren Verkaufsförderungs- und Texter-Teams die am besten laufenden Suchbegriffe aus Amazon Sponsored Products zu Verfügung stellen, könnten sie diese nutzen, um mehr Erlöse aus Kanälen mit organischer Suche zu erzielen. Bewerten Sie Suchbegriffe, die auf Amazon gut laufen, höher, als jene aus anderen Kanälen. Suchanfragen auf Amazon weisen i. d. R. eine klare Kaufabsicht hin, weshalb die Konversionsdaten voraussichtliche Käufe besser beschreiben, als es die gleichen Daten tun würden, die aus einer Quelle wie Google Adwords stammen.

Wertvolle Daten aus Marketplaces: Kundenrückmeldungen

Es gibt momentan 3 Wege, Kundenrückmeldungen auf Marketplaces zu sammeln:

  • Kundenbewertungen,
  • Produktfragen,
  • Bestellrückmeldungen.

Das Einsammeln von Kundenrückmeldungen aus diesen Quellen ist i. d. R. eine einfachere und besser strukturiertere Quelle von Kundenstimmungen als Social Media, zumal dies obendrein auch noch günstiger als die Unterhaltung von Fachgruppen oder die Durchführung von Marktstudien ist.

7. Kundenbewertungen und -fragen: Produktentwicklung

Um einen schnellen Einblick in Ideen zur Verbesserung der Qualität oder der Eigenschaften eines Produktes zu erlangen, lesen Sie am besten die Kundenbewertungen und Kundenfragen, die Ihre Kunden auf Marketplaces hinterlassen. Amazon ist in diesem Bereich normalerweise die größte Quelle von Kundenbewertungen, während eBay Nutzer üblicherweise die meisten Fragen stellen, bevor ein Kaufabschluss erfolgt. Um zu sehen, ob Kunden die Produkte Ihrer Mitbewerber tatsächlich lieben oder bestimmte Eigenschaften gar hassen, dann lesen Sie auch deren Kundenbewertungen. Einer meiner Mandanten hatte mit einer hohen Rücklaufquote zu kämpfen. Eine Nachforschung in den Kundenbewertungen ergab, dass das am häufigsten genannte Problem mit der Qualität von Nähten zusammenhing. Über die folgenden Monate wurde die Qualität der Nähte erheblich verbessert und die Rücklaufquote verbesserte sich damit ebenfalls außerordentlich.

8. Kundenfragen: Produktbeschreibungen

Oftmals haben Ihre Kunden eine brennende Frage zu Ihrem Produkt, von der sie sich wünschen, dass diese beantwortet würde, bevor sie dasselbe kaufen. In vielen dieser Fälle stellen Kunden ihren Kauf voerst zurück oder sehen gar ganz vom Kauf Ihres Produktes ab. In einigen wenigen Fällen werden sie jedoch aktiv und stellen eine Frage. Viele Marketplaces haben ein System zur Sammlung und Beantwortung von Kundenfragen sowohl vor als auch nach einem Kauf. Auf Amazon werden Fragen und Antworten öffentlich publiziert, sodass jeder antworten kann. Auf eBay wird der Verkäufer direkt per E-Mail angeschrieben. Wenn die Frage beantwortet ist, besteht anschließend die Möglichkeit, die Antwort zu veröffentlichten.

Hier möchte jemand wissen, welcher Gerätetyp denn tatsächlich zum Verkauf steht:

Wertvolle Daten aus Marketplaces. eBay: Fragen und Antworten. Quelle: ebay.de

Wertvolle Daten aus Marketplaces.
eBay: Fragen und Antworten.
Quelle: ebay.de

Diese Kunden möchten wissen, wie groß bzw. schwer ein Artikel ist und was sie bei der Erstbenutzung beachten sollten:

Wertvolle Daten aus Marketplaces. Amazon: Fragen und Antworten. Quelle: Amazon.de

Wertvolle Daten aus Marketplaces.
Amazon: Fragen und Antworten.
Quelle: Amazon.de

Ein Angebot ist der Preis, den ein Verkäufer für ein Produkt festlegt. Die Überwachung der Angebote Ihrer Produkte auf Marketplaces kann Ihnen viel über die Gesundheit Ihrer Distributionskanäle mitteilen.

Wertvolle Daten aus Marketplaces: Angebotsdaten

Betreibt Ihr Unternehmen eine proaktive Strategie hinsichtlich Kontrolle der Distribution? Interessiert es Sie, wo Kunden Ihr Produkt kaufen und welches Einkaufserlebnis sie dabei haben? Sind Preiskalkulationen wichtig für Ihre Produktstrategie?

9. Nicht autorisierte Angebote: Durchsetzung der Distribution

Haben Sie eine dieser Fragen mit Ja beantwortet? Dann ist Amazon die erste Stelle, an der Sie die Verletzung Ihrer Distribution und Preisgestaltung überwachen sollten. Auf Amazon darf jeder verkaufen sofern ein Produkt angeboten wird. Und der Amazon Marketplace ist einer der ersten Plätze auf denen Unternehmen Online Listungen erstellen. Überwachen Sie die Angebote Ihrer Produkte um zu erkennen, wenn ein Problem in Ihrer Distributionskette auftaucht. Dieser Artikel wird von 40 verschiedenen Anbietern für weniger als 40 Prozent von dem Verkauft, was ursprünglich einmal beabsichtigt war:

Amazon: Gesundheit Distributionskanäle. Quelle: Amazon.de

Amazon: Gesundheit Distributionskanäle.
Quelle: Amazon.de

10. Irrwitzige Niedrigpreise: Verfolgung von Produktfälschungen

Amazon ist ebenfalls ein großartiger Ort, um Verkäufer aufzuspüren, die potentielle Fälschungen Ihres Produktes anbieten. Nehmen wir an, Sie verkaufen ein Produkt zum Großhandelspreis von 6 EUR. Nachher verkauft irgendjemand dasselbe Produkt inklusive Versand für 6,50 EUR. Mit den Kosten für die Erfüllung einer Bestellung und der Gebühr von ca. 15 Prozent, die Amazon berechnet, verliert dieser Verkäufer entweder mit jedem Verkauf Geld oder er hat eine Produktfälschung erworben.

Zum Schluss

Wertvolle Daten aus Marketplaces wie Amazon heben.

Welche Geschichte erzählen Ihre Daten Ihnen? Ich hoffe, diese Zusammenstellung, wie Sie wertvolle Daten aus Marketplaces verwenden können, hat Ihnen ein paar nützliche Ideen geliefert. Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen teilen.

Haben Sie auf irgendeine Weise Ihr Geschäft durch wertvolle Daten aus Marketplaces verbessert?


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