Unrentable Artikel im Amazon Vendor Programm vermeiden

Eines der treffendsten Akronyme bei Amazon ist CRaP. Das Akronym CRaP steht für Can’t Realize a Profit. Folglich bezieht sich der Begriff auf unrentable Artikel, also Produkte, die keinen Gewinn abwerfen. Bei Amazon findet die Abkürzung Anwendung, wenn es um die Rentabilität Ihrer Produkte als Amazon Vendor geht.

Es gab eine Zeit, als Amazon noch nicht der Platzhirsch war. Damals, als der Begriff E-Commerce noch in den Kinderschuhen steckte.

Zu jener Zeit ging es Amazon in erster Linie darum, Marktanteile in den unterschiedlichsten Produktkategorien zu gewinnen. Und diese Strategie bedeutet oft, für Amazon blieb unterm Strich kein Gewinn übrig.

Heute ist Amazon weltweit das Nonplusultra im E-Commerce. Mit großen Marktanteilen in den wichtigsten Einzelhandelsbranchen führt für die Produkte Ihrer Marke am Amazon Marketplace kein Weg vorbei.

Folglich hat Amazon den Fokus auf die Rentabilität verlagert. Entsprechend ist Amazon gezwungen, sich auf die Gewinnmargen zu konzentrieren. Sie haben einen unrentablen Artikel, der keine profitable Marge bieten kann? Dann will Amazon Ihren Artikel nicht.

Was unrentable Artikel ausmacht

Nachfolgend liste ich Ihnen die häufigsten Gründe auf, warum Sie einen unrentablen Artikel haben. Und mit Ihrem unrentablen Artikel kann Amazon folglich keinen Gewinn erzielen.

Unrentable Artikel haben eine geringe Marge

Sie können Amazon als Vendor von Beginn an keine gesunden Margen und Rückstellungen anbieten? Folglich ist Ihr Produkt von Tag eins an ein unrentabler Artikel. Bei unseren Mandanten sehen wir oft, dass im Vendor-Bereich nicht der beste Einkaufspreis für Amazon steht. Entsprechend sollten Sie als Vendor darauf achten, dass Ihr Angebot zumindest gut genug ist, dass beide Parteien leben können.

Aberwitzige Preisabschläge für unrentable Artikel

Haben Sie einen Artikel, der viele Preisanpassungen verzeichnet, könnten Drittanbieter zusätzlichen Preisdruck erzeugen, wenn der Kampf um das Einkaufswagen-Feld entbrennt. Folglich könnte Amazon nicht länger bereit sein, die eigene Marge zu opfern, um konkurrenzfähig zu sein.

Kurze Haltbarkeit

Steht Ihr Produkt kurz vor dem Ablauf der Haltbarkeit, könnte Amazon Ihr Produkt entsorgen. Dieser Fall könnte für Ihr Produkt mit begrenzter Haltbarkeit eintreten, wenn beispielsweise die Nachfrage stagniert. In der Folge würde Ihr Lagervorrat veralten. Anschließend läge dann eine Überbevorratung vor, die Amazon abbauen möchte.

Hohe Anzahl Kundenrücksendungen

Bei der Abwicklung von Retouren entstehen Kosten. Gelegentlich berücksichtigt Amazon Retouren in seinen Vereinbarungen. Fallen die Retouren für Ihre Artikel jedoch höher aus als vereinbart, könnte Ihr Amazon Vendor Manager eine Finanzierung von Ihnen einfordern.

Unrentable Artikel mit zu geringem Verkaufspreis

Liegt der Verkaufspreis Ihres Artikels unter 10 EUR, könnten Sie Probleme mit der Profitabilität bei Amazon bekommen. Aufgrund der Kosten für Logistik und Handhabung sind derartige Artikelpreise in der Regel unrentabel. Auch dann, wenn Ihre Gewinnmarge grundsätzlich hoch ist.

Schwere und sperrige Produkte

Ist Ihr Artikel groß, schwer oder hat eine ungewöhnliche Form? Dann könnten Sie mit hohen Kosten beim Versand konfrontiert sein. Oftmals übersteigen bei solchen Artikeln die Kosten für den Versand den Verkaufspreis um ein Vielfaches.

Unrentable ASINs meistern

Sobald Sie wissen, warum Ihr Artikel unrentabel ist oder sein könnte, müssen Sie eine entsprechende Lösung finden. Hier nennen wir Ihnen einige Vorschläge, die Sie in Erwägung ziehen könnten.

Wettbewerbsfähige Preise aufrufen

Stellen Sie in jedem Fall sicher, dass Sie Amazon wettbewerbsfähige Preise anbieten. Und behalten Sie den Marktpreis entsprechend im Blick, wenn Sie Ihre Produktkosten prüfen.

Finden Sie die richtige Balance für beide Seiten. Berücksichtigen Sie, dass Amazon jedes Jahr bei den Amazon Vendor Negotiations weitere Verbesserungen einfordert. Bestenfalls sparen Sie folglich immer etwas Spielraum auf.

Sortiment genau auf unrentable Artikel kontrollieren

Prüfen Sie Ihr Sortiment eingehend. Anschließend entscheiden Sie, welche Artikel Sie über das Vendor Programm an Amazon verkaufen wollen. Gleichzeitig legen Sie fest, welche Artikel die Voraussetzungen nicht länger erfüllen. Prüfen Sie genau, ob Sie Artikel ausschließlich für Amazon anpassen wollen. Andernfalls könnten Sie prüfen, Artikel als Sammelpackung (identische Einzelartikel) oder Konvolut (verschiedene Einzelartikel) bei Amazon anzubieten.

Abwägung einer hybriden Strategie (Vendor & Seller)

Möglicherweise sind Sie gezwungen, bestimmte Artikel auf der Vendor-Seite zu entfernen. Prüfen Sie, diese Artikel über das Seller Central anzubieten. Oder arbeiten Sie mit einem Drittanbieter zusammen, der die Artikel in Ihrem Namen verkaufen kann.

Direct Fulfillment nutzen

Ist der Versand Ihres Artikels kostenintensiv, könnten Sie Bestellungen direkt an die Amazon-Kunden liefern. Folglich umgehen Sie die Amazon Fulfillment Center und können möglicherweise die Versandkosten für Ihren Artikel senken.

Kundenrücksendungen überwachen

Haben Ihre Artikel eine hohe Quote bei Kundenrücksendungen? Prüfen und untersuchen Sie unbedingt den Grund bzw. die Gründe, warum Amazon-Kunden Ihre Artikel nach dem Kauf zurück an Amazon senden.

Manchmal könnten Sie eine einfache Lösung finden. Wenn Sie beispielsweise auf der Produktdetailsite (Product Detail Page, PDP) ungenaue Informationen kommunizieren oder unpräzise Produktbilder vorhalten.

Vertriebskanäle optimieren

Haben Ihre Artikel mit aggressiven Verkaufspreisen zu kämpfen? Prüfen Sie Strategien einzusetzen, um Ihre Vertriebskanäle zu straffen. Möglicherweise könnten Sie den Einsatz von Vertriebsvereinbarungen erwägen.

Im Amazon Heimatmarkt könnten Sie zudem auf MAP-Richtlinien setzen (MAP, Minimum Advertised Price). Versprechen Sie sich davon jedoch keine Wunder.

Zum Schluss

Unrentable Artikel: Wie Sie den Verkauf vermeiden.

Prüfen Sie immer Ihre Artikel, bevor Sie sie an Amazon Vendor Central verkaufen.

Stellen Sie im Voraus sicher, dass Ihre Artikel im Vendor-Programm erfolgreich sind. Folglich sollte sowohl Ihre Marke als auch Amazon Ihre Artikel rentabel auf dem Amazon Marketplace vertreiben können.

Es gibt immer Situation und Szenarien, die Sie weder einplanen noch vorhersehen können. Gleichwohl gibt es offensichtliche Anzeichen, bei denen Sie wissen, dass Ihr Artikel von Tag eins an nicht rentabel sein kann.

Wählen Sie Ihre Artikel für das Vendor-Programm entsprechend mit Bedacht aus. Verschwenden Sie keine Zeit auf Artikel, die schlicht nicht für das Vendor-Programm geeignet sind.

Wie lautet Ihr Hinweis, wenn Sie unrentable Artikel bei Amazon Vendor Central vermeiden wollen?

Seit 2014 trägt das Centrum für Digitales Handeln (CfDH) mit seinem Gründer Alexander Dominguez dazu bei, das Geschäft von Unternehmen im digitalen Umfeld einfacher zu gestalten.

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