Amazon Vendor Central: Alles, was Sie wissen müssen

Es gibt zwei Möglichkeiten, Ihre Produkte auf dem Amazon Marketplace zu verkaufen: als Seller (auch bekannt als Drittanbieter oder 3P) über das Amazon Seller Central oder als Vendor (Erstanbieter oder 1P) über das Amazon Vendor Central.

Das Endergebnis sieht in beiden Fällen gleich aus. Die Amazon-Kunden können Ihre Produkte auf dem Amazon Marketplace kaufen. Aber da enden die Gemeinsamkeiten auch schon.

Amazon Vendor Central ist im Grunde ein völlig anderes Konzept als Amazon Seller Central. Für Sie als Marke, die vielleicht auf Amazon verkaufen möchte, ist entscheidend, die grundlegenden Unterschiede zu verstehen. Sie sollten nicht den Fehler begehen und die einzelnen Merkmale lediglich vergleichen.

Über Amazon Seller Central können Sie viele Geschichten und Hilfsangebote finden. Belastbare Informationen zu Amazon Vendor Central finden Sie dagegen weitaus seltener. Es existieren einige Gerüchte darüber, wie genau das Amazon Vendor Programm funktioniert. Wir haben daher in diesem Artikel die wichtigsten Fragen beantwortet, die Sie zum Vendor Programm haben können.

Was ist das Amazon Vendor Central?

Amazon Vendor Central ist ein Backend, zu der Ihr Unternehmen nur auf Einladung Zutritt erlangen kann. Wenn Sie folglich auf Anfrage von Amazon Ihre Produkte direkt an Amazon verkaufen wollen, erhalten Sie Zugang zu der Plattform. Wenn Sie also direkt an Amazon verkaufen, werden Sie zum Vendor (Lieferanten). Der Prozess ist im Grunde verblüffend einfach:

  • Amazon sendet Ihnen eine Bestellung, die auflistet, was Amazon kaufen möchte.
  • Sie senden Amazon den bestellten Lagerbestand.
  • Amazon bezahlt Sie.

Anschließend liegt es in der Verantwortung von Amazon, Ihre Produkte an die Amazon-Kunden zu verkaufen. Sie selbst sind nicht involviert.

Amazon Vendor Central könnte für Ihre Marke eine attraktive Option sein. Ihr Unternehmen erhielte folglich die Möglichkeit, die eigenen Produkte auf den Amazon Marketplace zu bringen. Jedoch würden Sie sich den Aufwand sparen, direkt an die Amazon-Kunden zu verkaufen.

Klingt alles viel einfacher als Amazon Seller Central. Aber Obacht, es existieren hier jede Menge Herausforderungen. Zu den üblichen Nachteilen gehören harte Vertragsbedingungen, niedrige Einkaufspreise und unerwartete zusätzliche Kosten.

Den gesamten Prozess steuern Sie über Ihr Vendor Central-Konto. Prinzipiell fungiert das Vendor Central wie das Seller Central auch als ein Knotenpunkt. In Ihrem Vendor Central-Konto können Sie beispielweise Ihre Bestellungen prüfen, Ihre Produktdaten bereitstellen und zusätzliche Werbung verwalten.

Was ist der Unterschied zwischen Vendor Central und Seller Central?

Über das Vendor Central verkaufen Sie Ihre Produkte direkt an Amazon. Entsprechend werden Sie als Teilnehmer am Vendor Central auch oft als Erstanbieter oder 1P bezeichnet. Denn Amazon verkauft quasi als Einzelhändler an den Endkunden. Der Verkauf erfolgt folglich nicht über ein weiteres Unternehmen, das auf dem Amazon Marketplace als Händler agiert.

Über das Vendor Central reichen Sie Ihre Produktdaten und Großhandelspreise ein. Anschließend sendet Amazon Ihnen Bestellungen. Amazon könnte nun lediglich ein paar Einheiten bestellen. Bestenfalls gehen bei Ihnen Bestellungen über oder Hunderte Einheiten auf einmal ein.

Sie müssen sich keine Gedanken über den Verkauf an die Amazon-Kunden machen. Auch müssen Sie sich nicht um die Auslieferung der Kunden-Bestellungen kümmern oder einen eventuell nachgelagerten Kundenservice. Amazon ist der Einzelhändler, folglich liegen diese Aspekte in der Verantwortung von Amazon.

Über das Seller Central verkaufen Sie als Drittanbieter auf dem Amazon-Marketplace. Das heißt, Sie verkaufen Ihre Produkte direkt an die Amazon-Kunden über die Amazon-Website. Entsprechend sind Sie für den gesamten Einzelhandelsprozess verantwortlich.

Sie verkaufen einzelne Einheiten direkt an die Amazon-Kunden. Deshalb müssen Sie sicherstellen, dass die Amazon-Kunden Ihre Produkte kaufen, Sie die Kunden-Bestellungen pünktlich abwickeln und Sie alle Probleme über einen Kundenservice lösen.

Wie erhalten Sie Zugang zu Amazon Vendor Central?

Das Vendor Central ist einladungsbasiert. Sie können sich also nicht einfach anmelden. Sie müssen eine Einladung von Amazon erhalten.

Warum sollte Amazon ein weiteres Unternehmen einladen über das Vendor Central zu verkaufen? Auf Amazon sind doch bereits Millionen Produkte verfügbar. Einerseits kommen permanent neue Produkte auf den Markt. Andererseits haben bereits etablierte Marken oft Probleme mit der Verfügbarkeit ihrer Produkte auf dem Amazon Marketplace. Amazon beschäftigt Rekrutierungsteams für das Vendor Central weltweit. Deren Aufgabe ist es folglich, neue Marken und Produkte für den Verkauf auf dem Amazon Marketplace zu finden.

Amazon versendet Einladungen für das Vendor Central an viele verschiedene Unternehmen. Darunter finden sich beispielsweise:

  • Bestehende Marken mit großer Nachfrage bei den Amazon-Kunden.
  • Händler auf dem Marketplace, die mit eigenen Produkten außergewöhnlich gut abschneiden.
  • Aussteller auf Messen, die attraktive Produkte offerieren.

Der Einladungsprozess beginnt in der Regel mit einer E-Mail von Amazon. Darin teilt Amazon mit, dass man daran interessiert ist, Ihre Produkte zu verkaufen. Anschließend könnten Sie Amazon mitteilen, dass Sie interessiert sind, ein Amazon Vendor zu werden. Dann wird Amazon Ihnen erklären, wie das Vendor Central funktioniert und Ihnen die Geschäftsbedingungen zur Verfügung stellen.

Über diese Bedingungen wird in der Regel nicht viel verhandelt. In der Regel macht Amazon Ihnen ein Angebot, das Sie entweder annehmen oder ablehnen können. Möglicherweise könnte es mehr Spielraum für Verhandlungen geben, wenn Sie eine große, einflussreiche Marke sind oder wenn Ihnen ein Vendor Manager zugewiesen wird.

Wenn die Bedingungen vereinbart wurden, erstellt Amazon für Sie ein Konto im Vendor Central und lädt Sie ein, sich zu registrieren. Anschließend können Sie Amazon Ihre Produktinformationen und Einkaufspreise zur Verfügung stellen.

Was können Sie im Vendor Central tun?

Das Vendor Central ist der Knotenpunkt Ihrer Geschäftsbeziehung mit Amazon. Dazu stellt Ihnen Amazon im Vendor Central viele verschiedene Funktionen zur Verfügung. Zu den wichtigsten Funktionen zählen etwa:

  • Bestellungen, hier erhalten Sie Bestellungen und stellen Ihre Versandinformationen bereit.
  • Artikel, hier können Sie die Informationen zu Ihren Produkten bereitstellen. Sie können Bilder hochladen, Einkaufspreise bearbeiten und andere produktbezogene Informationen verfügbar machen.
  • Marketing, hier können Sie die Vermarktung Ihrer Produkte verwalten. Sie haben beispielsweise Zugriff auf Funktionen wie Amazon Vine und A+-Inhalte.
  • Zahlungen, hier finden Sie Ihre Rechnungen und Überweisungen.
  • Werbung, hier finden Sie eine Weiterleitung zur separaten Werbekonsole. Verwalten Sie Werbekampagnen und weitere Inhalte.
  • Berichte, prüfen Sie, wie Ihr Geschäft mit Amazon läuft. Einige Berichte können Sie direkt im Vendor Central aufrufen. Andere Berichte erreichen Sie über die Amazon Retail Analytics.

Ebenso, wie im Seller Central sind auch die Funktionen in Vendor Central nicht immer so intuitiv und ausgefeilt, wie Sie es sich vielleicht wünschen würden. Dies könnte eine Quelle nicht unerheblicher Unzufriedenheit sein. Möglicherweise benötigen Sie eine hohe Frustrationstoleranz.

Wie oft treffen Bestellungen über das Vendor Central ein?

Sobald Sie Ihr Vendor Central-Konto eingerichtet haben, sollten Sie in der Regel wöchentlich Bestellungen erhalten. In der Regel erfolgt dies jeden Montag. Wenn es jedoch zu einer Nachfragespitze für Ihr Produkt kommt, erhalten Sie möglicherweise häufiger Bestellungen.

Amazon zieht es vor, wenig und oft zu bestellen. Amazon bestellt nicht gern in großen Mengen, um anschließend zu riskieren, auf riesigen Lagerbeständen sitzen zu bleiben.

Bestellt Amazon Produkte sofort?

Es ist wichtig zu beachten, dass das Einrichten eines Produkts in Vendor Central nicht bedeutet, dass Sie sofort eine Bestellung erhalten. Der Bestellvorgang ist automatisiert. Das System von Amazon prüft die Verkaufshistorie und die aktuelle Nachfrage, bevor es entscheidet, ob eine Bestellung aufgegeben wird.

Dies kann oft bedeuten, dass die erste Bestellung kleiner ist, als von Ihnen als Vendor erwartet. Die Dynamik muss sich aufbauen und die Nachfrage steigen, bevor das System größere Bestellungen für Ihr Produkt tätigt.

Was passiert, wenn nicht genug Lagerbestand verfügbar ist, um eine Bestellung auszuführen?

Wenn Sie eine Bestellung nicht erfüllen können, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können die Bestellung vollständig stornieren oder, wenn Sie autorisiert wurden, können Sie sie in Rückstandsführung nehmen.

Wenn Ihnen jedoch der Vorrat ausgeht, sollten Sie Artikel immer als vorübergehend oder dauerhaft nicht verfügbar markieren, damit Amazon sie nicht in Bestellungen aufnimmt. Andernfalls, wenn Sie zu viel Lagerbestand in die Rückstandsführung setzen oder mehr als einen bestimmten Prozentsatz einer Bestellung stornieren, könnte Amazon eine Ausgleichszahlung aufzeichnen. Im Wesentlichen werden Sie mit einer Gebühr belegt, wenn Sie nicht liefern können, was Amazon bestellt hat.

Wie erfolgt die Preisgestaltung im Vendor Central?

Als Vendor legen Sie Ihren Großhandelspreis fest, sobald Sie Ihr Produktangebot erstellen. Wenn Amazon mit dem von Ihnen festgelegten Preis zufrieden ist, werden Sie eine Bestellung erhalten.

Wenn Amazon mit Ihren Preisen nicht zufrieden ist, erhalten Sie eine E-Mail, in der Sie um Kostenverbesserungen für bestimmte Produkte gebeten werden. Sie können dann in Ihrem Vendor Central-Konto prüfen, welchen Preis Amazon verlangt. Sie könnten anschließend zwischen folgenden Möglickeiten wählen:

  • Passen Sie den Preis an, den Amazon will.
  • Senken Sie Ihren Preis, aber nicht so weit wie von Amazon gewünscht.
  • Markieren Sie Ihren Bestand als dauerhaft nicht verfügbar.

Amazon ist aggressiv bei der Preisgestaltung. Folglich könnte sich Ihr Unternehmen entscheiden, Vendor Central überhaupt nicht zu nutzen, anstatt zu den von Amazon geforderten Preisen zu verkaufen.

Was ist der Unterschied zwischen Vendor Central und FBA?

Wir sehen oft eine Verwirrung zwischen Vendor Central und FBA (Versand durch Amazon). Oft gehen Unternehmen davon aus, dass diese beiden Programme ähnlich sind. Tatsächlich gibt es praktische Ähnlichkeiten. Aber im Grunde sind es völlig unterschiedliche Programme.

Vendor Central richtet sich an Hersteller und Marken, die ihre Produkte an Amazon verkaufen möchten. Und Amazon verkauft diese Produkte anschließend an die Amazon-Kunden und somit die Endverbraucher weiter. Kauft Amazon Lagerbestand, dann ist Amazon allein für den Verkauf der Produkte an die Amazon-Kunden verantwortlich. Dazu gehören Faktoren wie die Festlegung des Verkaufspreises.

Demgegenüber ist FBA eine Abwicklungsoption für Drittanbieter auf dem Amazon Marketplace. Zuerst senden Sie Ihren Lagerbestand an ein Amazon Fulfillment Center (Versandzentrum).

Sobald eine Bestellung für Ihren Artikel eingeht, holt, verpackt und versendet Amazon Ihren Artikel für Sie. Der große Unterschied hier ist, dass Sie immer noch für den Verkauf Ihrer Produkte verantwortlich sind. Folglich bezahlen Sie Amazon, um den Abwicklungsprozess für Sie zu verwalten.

Wichtige Ähnlichkeiten zwischen Vendor Central und FBA:

  • Ihre Produkte qualifizieren sich für Amazon Prime.
  • Ihr Lagerbestand befindet sich in einem Amazon Fulfillment Center.
  • Amazon kümmert sich um den Versand und die Abwicklung.
  • Amazon kümmert sich um den Kundenservice in Bezug auf Versand und Abwicklung.

Wichtige Unterschiede zwischen Vendor Central und FBA:

  • Mit FBA bleiben Sie Eigentümer Ihres Lagerbestandes, der lediglich bei Amazon lagert. Mit Vendor Central haben Sie Ihr Inventar an Amazon verkauft. Amazon besitzt es.
  • Bei FBA werden Sie nur für Produkte bezahlt, die an Amazon-Kunden verkauft wurden. Mit Vendor Central werden Sie für Produkte bezahlt, die an Amazon verkauft werden (aber die Wartezeit auf die Zahlung ist länger).
  • Mit FBA legen Sie den Verkaufspreis fest und zahlen Provisionen und Abwicklungsgebühren an Amazon. Mit Vendor Central legt Amazon den Verkaufspreis fest. Sie erhalten Ihren Großhandelspreis.
  • Mit FBA können Sie direkten Kontakt zu den Amazon-Kunden haben und Einzelbestellungen sehen. Mit Vendor Central besteht kein Kontakt zu den Amazon-Kunden.

Was ist Vendor Central Direct Fulfillment?

Vendor Central Direct Fulfillment war früher als Dropship Central bekannt. Mit diesem Programm verkaufen Sie immer noch direkt an Amazon. Aber hier senden Sie keinen Lagerbestand an Amazon, bevor der Verkauf an die Amazon-Kunden erfolgt. Sondern Sie senden Ihre Produkte direkt an die Amazon-Kunden, nachdem diese eine Bestellung aufgegeben haben. Amazon bezahlt Sie dann für die Bestellungen, die Sie versandt haben.

Die Funktion Direct Fulfillment (Direktbelieferung) steht prinzipiell jedem Amazon Vendor zur Verfügung. Zuerst melden Sie sich für das Programm in Ihrem Vendor Central-Konto an. Amazon führt dann eine Reihe von Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass Sie die Sendungen innerhalb einer bestimmten Vorlaufzeit (in der Regel drei bis fünf Tage) abwickeln können. Sobald Sie genehmigt wurden, können Sie Ihre Lagerbestände festlegen und Bestellungen über Direct Fulfillment erhalten.

Sind Sie als Vendor für Direct Fulfillment zugelassen, erfüllen aber die erwarteten Versandstandards nicht, könnte Amazon Ihnen den Zugriff auf Direct Fulfillment entziehen.

Umgekehrt könnten Sie als Vendor auch überdurchschnittlich gute Leistungen erbringen und darum bitten, in ein schnelleres Versandfenster zu wechseln. Das sind dann in der Regel ein bis zwei Werktage.

Trotz der Namensänderung ist Direct Fulfillment technisch immer noch ein Dropshipping-Programm. Zum Einen verkauft Amazon Ihre Produkte an die Amazon-Kunden und bittet Sie, die Bestellung direkt an die Adressen der Endkunden zu versenden. Zum Anderen legt Amazon den Verkaufspreis fest und Sie erhalten den Großhandelspreis. Und Amazon verwaltet jeden erforderlichen Kundenservice.

Verwechseln Sie Direct Fulfillment nicht mit der Verwendung von Dropshipping, um selbst auf dem Amazon Marketplace zu verkaufen. In diesem Fall wären Sie ein Drittanbieter, bezögen aber Ihre Produkte von einem Lieferanten, der direkt an Ihre Endkunden in Ihrem Namen versendet. Mit Direct Fulfillment sind Sie der Lieferant, der im Auftrag von Amazon an die Amazon-Kunden versendet.

Die Wahl: Amazon Vendor Central oder Amazon Seller Central?

Das Seller Central ist ein Selbstbedienungsprogramm, das praktisch jedem offensteht. Demgegenüber ist das Vendor Central nur auf Einladung verfügbar. Dies bedeutet, dass Ihr Unternehmen vielleicht nicht die Möglichkeit hat, zwischen Seller Central und Vendor Central zu wählen.

Aber wenn Sie bereits Zugang zu Vendor Central oder eine Einladung erhalten haben, ist es eine besonders wichtige Entscheidung, die Sie zu treffen haben. Viele Unternehmen haben begonnen, über eines dieser Programme mit Amazon zusammenzuarbeiten. Manche haben sogar zwischen beiden gewechselt, und haben ihre Entscheidungen später bitter bereut.

Mehr Umsatz mit Amazon Vendor Central?

Einige Unternehmen sind daran interessiert, Vendor Central zu verwenden. Denn sie glauben, dass Versand Amazon & Verkäufer Amazon auf dem Angebot ihrem Produkt helfen, größere Mengen zu verkaufen.

Es ist sinnvoll, wenn Amazon-Kunden es vorziehen, bei Amazon zu kaufen. Gleichfalls hat Amazon wohlmöglich einen Vorteil gegenüber Drittanbietern bei den Suchergebnissen und dem Einkaufswagen-Feld. Einige Unternehmen haben in der Tat höhere Verkaufszahlen als Vendor gemeldet als jene, die als Drittanbieter agieren.

In Wirklichkeit macht es jedoch nicht unbedingt einen großen Unterschied. Einige Unternehmen haben sogar einen Umsatzeinbruch nach dem Wechsel von Seller Central zu Vendor Central gemeldet.

Warum sollten Ihre Produkte nicht von Amazon verkauft werden, um den Umsatz zu steigern? Nun, bei vielen Artikeln werden die Amazon-Kunden nach dem Prime-Abzeichen suchen. Bei anderen wiederum sind sie weniger besorgt darüber, wer den Artikel verkauft. Angenommen die Amazon-Kunden verstehen den Amazon Marketplace nicht und kaufen folglich unbewusst bei Drittanbietern. Dennoch wissen die Amazon-Kunden, dass sie bei Amazon geschützt sind, wenn sie einkaufen.

Denken Sie auch daran, dass Amazon gerne wenig und oft von Lieferanten kauft und das Bestellvolumen schrittweise erhöht. Es ist für Amazon üblich, dass der Lagerbestand ausgeht. Dies wiederum wirkt sich negativ auf das Suchranking aus und tritt beim Umsatz eine Abwärtsspirale los.

Der Verkauf von Produkten durch Amazon kann sich jedoch positiv bei hochwertigen Artikeln auswirken. Wenn Amazon-Kunden größere Geldsummen zahlen wollen, dann kann es zusätzliche Sicherheit bieten zu sehen, dass Amazon das Produkt verkauft. Die Amazon-Kunden vertrauen nicht nur darauf, dass das Produkt echt ist. Amazon-Kunden lieben auch das Sicherheitsnetz der Amazon eigenen Nachsorge, wenn doch etwas schiefgehen sollte.

Wer richtet als Vendor die Angebote ein?

Als Vendor sind Sie für die Bereitstellung von Produktdaten und die Einrichtung von Angeboten verantwortlich. Der Prozess ist dem in Seller Central bemerkenswert ähnlich. Sie füllen das Formular aus und verbinden sich mit dem Katalog oder geben die Informationen manuell ein. Dazu gehören Produktattribute, Beschreibungen, Aufzählungspunkte, Produkttitel und der Großhandelspreis.

In Seller Central gehen diese Daten in der Regel sofort live. Für Vendor Central überprüft Amazon alle eingereichten Angebote, um sicherzustellen, dass sie den Richtlinien entsprechen. Denn als Einzelhändler ist Amazon letztendlich dafür verantwortlich, wie es die Produkte beschreibt, die es verkauft. Amazon kann Ihre Angebote auch aktualisieren, wenn Elemente gegen die Richtlinien verstoßen.

Dennoch sollten Sie sich bei der Markenregistrierung anmelden. Die Markenregistrierung konzentriert sich auf die Marke und nicht darauf, ob Sie Seller Central oder Vendor Central verwenden. Dies bedeutet, dass die Markenregistrierung Ihnen Schutz vor Unregelmäßigkeiten auf Amazon als Ganzes bieten kann.

Welche Werbemöglichkeiten gibt es im Vendor Central?

Die Werbemöglichkeiten, die Ihnen als Vendor über Amazon Advertising zur Verfügung stehen, ähneln denen auf Seller-Seite. Hier folgt eine Aufschlüsselung:

  • Sponsored Product Ads sind für die Vendor- und Seller-Seite gleich.
  • Sponsored Brands sind für die Vendor- und Seller-Seite gleich.
  • Product Display Ads sind für die Vendor- und Seller-Seite verfügbar, sobald Sie die Markenregistrierung abgeschlossen haben.

Es mag unfair erscheinen, dass von Ihnen als Vendor erwartet wird, dass Sie zu Großhandelspreisen an Amazon verkaufen und dann selbst für die Werbung bezahlen. Werbung ist optional, kann aber den Umsatz steigern, insbesondere bei neuen Produkten, und insgesamt eine positive Rendite bieten.

Im klassischen stationären Handel ist es nicht ungewöhnlich, dass Lieferanten Einzelhändler für erstklassige Regalpositionen und anderes Marketing in den Filialen bezahlen. Amazon Advertising für das Vendor Central ist ein Online-Äquivalent dazu.

Wie läuft der Support bei Vendor Central?

Der Amazon Vendor Support ist dem Amazon Seller Support bemerkenswert ähnlich. Allerdings gibt es ein echtes Problem mit der Konsistenz. Manchmal bekommt man fantastische Antworten. Andere Male bleibt man jedoch auf weiteren Fragen sitzen. Es kann frustrierend sein und oft braucht es viel Hin und Her, um die Antwort zu erhalten, die Sie suchen.

Es hängt auch weitgehend davon ab, mit welchem Land Sie es zu tun haben. Als Vendor auf einem europäischen Marketplace könnten Sie beispielsweise für die ersten drei Monate einen Onboarding-Manager erhalten, der ihnen den Einstieg erleichtert. Haben Sie es dagegen als Vendor mit Amazon im US-Heimatmarkt zu tun haben, scheint dies nicht immer der Fall zu sein.

Ebenso hängt es von der Größe Ihrer Marke ab. Sind Sie ein großer Vendor, könnten Sie nach den ersten drei Monaten ein Account Manager zugewiesen bekommen. Sie stehen dann zur Verfügung, um alle Ihre Fragen als Vendor zu beantworten.

Gibt es Gebühren für den Verkauf auf Vendor Central?

Eine der größten Quellen für Verwirrung in Vendor Central sind die Gebühren, die Amazon als Allowances bezeichnet.

Diese werden zu Beginn in den mit Amazon vereinbarten Bedingungen festgelegt. Der Vertrag wird ebenfalls jährlich überprüft. Sie sollten Ihren Vertrag sehr sorgfältig lesen. Sie könnten verhandeln, falls die Allowances zu Beginn sehr hoch angesetzt sind. Oder Sie müssen argumentieren, wenn die Raten bei der jährlichen Überprüfung erheblich erhöht werden sollen. Viele Unternehmen lesen ihren Vertrag nicht richtig und sind später von all den Abzügen schockiert.

Es gibt drei zentrale Allowances, die Amazon berechnet:

Market Development Funds (MDF)

Diese liegt in der Regel bei etwa 10 Prozent, kann aber um 5 bis zu 15 Prozent variieren.

Amazon sagt, dass die MDF-Allowance für alles gilt, was sie im Hintergrund tun, um den Katalog zu verwalten. Außerdem gilt sie für die verschiedenen Marketinginitiativen, die Amazon durchführt, um Ihre Produkte zu verkaufen. Sie werden als Vendor jedoch feststellen, dass dies keine sehr greifbare Allowance ist, und es schwierig sein kann, zu beurteilen, was Sie als Gegenleistung erhalten.

Damage Allowance

Die Damage Allowance liegt in der Regel bei etwa 2 bis 3 Prozent, kann aber je nach Kategorie variieren. Die Allowance ist in der Regel bei Artikeln höher, bei denen es nicht einfach ist, Rücksendungen wieder auf Lager zu nehmen. Wenn Elektronik beispielsweise getestet werden muss, bevor sie erneut den Amazon-Kunden angeboten werden kann.

Amazon berechnet diese Allowance, anstatt beschädigte Waren an den Vendor zurückzusenden.

Freight Allowance

Die Freight Allowance kann auch im Bereich von 2 bis 3 Prozent liegen.

Amazon spielt eine große Rolle dabei, Ihnen als Vendor dabei zu helfen, Lagerbestand in die Fulfillment Centers zu bringen. Sie buchen als Vendor die Sendung, aber Amazon nutzt seinen Logisitkdienst, um den Lagerbestand abzuholen und zu transportieren. Die Freight Allowance deckt folglich die Kosten von Amazon während dieses Prozesses.

Zusätzlich zu den Standardfunktionen bietet Vendor Central Ihnen eine Reihe von optionalen Funktionen, die Ihnen helfen könnten, mehr zu verkaufen. Dazu gehören:

Amazon Vine

Sie können als Vendor Amazon dafür bezahlen, Produkte an eine ausgewählte Gruppe von Rezensenten zu senden. Bei Amazon werden diese vertrauenswürdigen Amazon-Kunden als Vine Voices bezeichnet. Diese Funktion könnte Ihrer Marke helfen, schnell Kundenbewertungen für neue Produkte zu erhalten.

Früher war Amazon Vine sehr teuer und lag zwischen 2.500 und 7.500 EUR je ASIN zuzüglich der Kosten für die Produkte selbst. Heute müssen Sie lediglich Ihre Marke bei der Amazon Markenregistrierung anmelden. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, 200 ASINs gleichzeitig auszurollen.

A+ Inhalt

Mit Amazon A+-Inhalt können Sie als Vendor Ihre Produktdetailsites mit ergänzenden Marketinginhalten für Ihre Marken-ASINs ausstatten. Sie können dazu Module auswählen, die vordefinierte Layouts von Bildern, Überschriften, Text, Vergleichstabellen und mehr bieten.

Marketing-Pakete

Als Vendor können Sie Amazon dafür bezahlen, dass Ihre Marke in E-Mail-Kampagnen an die Amazon-Kunden auftaucht oder dafür, dass Ihre Produkte auf einer relevanten Kategoriesite prominent erscheinen.

Amazon Retail Analytics (ARA)

Amazon Retail Analytics (ARA) besteht aus einer Reihe von Dashboards, mit denen Sie Verkaufsdaten und operative Daten analysieren können, z. B. Ihre Umsätze und Lagerbestände. Entsprechend haben Sie Zugriff auf Verkaufs- und Inventarfunktionen sowie zusätzliche Informationen über Kundenaufkommen und -verhalten.

Amazon Vendor Services

Als Vendor könnten Sie sich dafür entscheiden, höhere Allowances zu zahlen und zusätzliche Unterstützung für Ihr Vendor Central-Konto zu erhalten. Dieses Programm ist zumeist ab einer bestimmten Umsatzgröße verfügbar.

Verfügt Amazon Vendor Central über eine API?

Vendor Central bietet aktuell eine API-Option. Zudem können Sie über die Website auf Vendor Central zugreifen, wo Sie manuelle Dateneingaben und grundlegenden Massendatenimport bzw. -export mithilfe von CSV-Dateien vornehmen können.

Vendor Central erlaubt den Zugriff durch EDI (Electronic Data Interchange). EDI ist eine bewährte Technologie zum Senden von Daten zwischen Unternehmen, die bis in die 1970er-Jahre zurückreicht, aber in einigen Branchen nach wie vor etabliert ist.

Die EDI-Integration ist ein schwieriger, hochspezialisierter Bereich. Dienstleister könnten einen modernen API-Wrapper für Vendor Central bereitstellen, um Ihre kundenspezifische Entwicklung zu erleichtern.

Wie erhält man Zahlungen als Amazon Vendor?

Leider ist dies ein Element von Vendor Central, das wirklich frustrierend sein kann, die Zahlungsbedingungen. Amazon bietet Ihnen als Vendor viele verschiedene Optionen an, darunter:

  • Netto 30 – Gemäß diesen Bedingungen wird Amazon Sie nach 30 Tagen bezahlen. Bei diesem Plan gewährt sich Amazon jedoch einen Rabatt von 2 Prozent.
  • Netto 60 – Gemäß diesen Bedingungen wird Amazon Sie nach 60 Tagen bezahlen. Dies ist der Plan, den die meisten Mitglieder im Vendor-Programm verfolgen.
  • Netto 90 – Gemäß diesen Bedingungen wird Amazon Sie nach 90 Tagen bezahlen.

Die längeren Laufzeiten könnten zu echten Cashflow-Problemen für Sie als Vendor führen. Dies kann dazu führen, dass Unternehmen Überbrückungskredite aufnehmen, damit sie ihren Lagerbestand auffüllen können, während sie auf die Zahlung von Amazon warten.

Kann sowohl Seller Central als auch Vendor Central verwendet werden?

Es gibt nichts, was Sie daran hindert, sowohl Seller Central als auch Vendor Central zu verwenden. Aber um sicherzustellen, dass es sich um eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung handelt, benötigen Sie einen Plan.

Die Hauptüberlegung besteht darin, auszuwählen, welche Produkte als Vendor und welche als Seller vertrieben werden sollten. Es ist keine gute Idee, die gleichen Produkte auf beiden Seiten anzubieten. Einige Auswahlstrategien könnten lauten:

Lebenszyklus des Produkts

Bei der Einführung neuer Produkte könnten Sie Seller Central verwenden. Hier können Sie den Preis steuern, Ihre Produkte vermarkten und Kundenbewertungen einholen. Können Sie nach einiger Zeit, auf eine stabile und konstante Nachfrage bauen, könnten Sie erwägen den Artikel nach Vendor Central zu verschieben.

Saisonale Produkte

Händler bieten ihre saisonalen Produkte in der Regel über Seller Central an. Auf diese Weise können sie den Abverkauf verwalten und ihre eigenen Einzelhandelspreise festlegen. Für Verbrauchsgüter, die das ganze Jahr über verkauft werden, ist Vendor Central eine gute Wahl.

Preis

Vendor Central eignet sich nicht gut für Artikel mit einem geringen Verkaufspreis. Amazon verlangt immer wieder niedrigere Kosten, was es wirklich schwierig macht, mit diesen Artikeln einen Gewinn zu erzielen. Bieten Sie also günstigere Produkte über Seller Central an und ziehen Sie Vendor Central für höherwertige Produkte oder Mehrfachpackungen mit günstigen Produkten in Betracht.

Kontaktieren Sie uns, um mehr über die Kombination von Seller Central und Vendor Central zu erfahren.

Bringt es Nachteile, eine Einladung zum Vendor Central abzulehnen?

Wenn Sie sich entscheiden, dass Vendor Central nicht für Sie geeignet ist, oder Ihnen die Bedingungen von Amazon einfach nicht gefallen, sollten Sie sich nicht scheuen, Nein zu sagen. Sie sollten keine Auswirkungen auf Ihr Seller Central-Konto feststellen.

Es gibt eine wichtige Ausnahme, wenn alle der folgenden Punkte zutreffen:

  • Sie sind Hersteller.
  • Sie verkaufen über Amazon Marketplace (Seller Central).
  • Sie verkaufen an andere Einzelhändler oder Vertriebshändler.

Die Verkaufsrichtlinien von Amazon enthalten eine Richtlinie zur Produktverfügbarkeit, die in dieser Situation gilt. Diese besagt, dass Sie Amazon die Möglichkeit bieten sollten, Ihre Produkte zu Großhandelspreisen zu kaufen, damit sie sie selbst verkaufen können. Wenn Sie dies nicht tun, könnte Amazon Ihr Verkaufskonto sperren.

Dies hat keine Auswirkungen auf Sie als Private-Label-Verkäufer oder kleine Marke, wenn Sie keine Einzelhändler oder Vertriebshändler haben. Als Verkaufsrichtlinie gilt sie auch nicht, wenn Sie Seller Central nicht selbst nutzen. Schließlich gilt dies nicht, wenn Sie ein Einzelhändler oder Vertriebshändler sind und nicht der Hersteller.

Wie funktioniert Vendor Central mit den internationalen Websites von Amazon?

Wenn Sie für jede der internationalen Amazon-Websites ein Vendor Central-Konto haben möchten, müssen Sie sich für jede Website bewerben. Hier gibt es keine einheitlichen bzw. übergreifenden Vendor Central-Konten.

Möglicherweise stellen Sie dennoch fest, dass Ihre Produkte auf den internationalen Websites von Amazon erscheinen. Dies liegt am European Fulfillment Network (EFN) und dem North American Fulfillment Network (NAFN). Diese Netzwerke bedeuten, dass Ihre Produkte, wenn Sie sie beispielsweise an Amazon DE verkaufen, bei Amazon Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien zum Verkauf angeboten werden können.

Das bedeutet nicht, dass es keinen Vorteil bringt, ein Vendor in diesen Ländern zu sein. Sie können Vendor-Funktionen wie A +-Inhalt und Sponsored Products Ads nur auf Amazon-Websites verwenden, auf denen Sie ein Vendor Central-Konto haben. Das bedeutet, dass Sie im obigen Beispiel diese Werkzeuge nur für Ihre Produkte verwenden können, die in Deutschland verkauft werden.

Um das Beste aus der Rolle als Vendor auf den internationalen Websites von Amazon herauszuholen, benötigen Sie in jedem Land ein Vendor Central-Konto.

Zum Schluss

Amazon Vendor Central: das Richtige für Ihre Marke?

Warum unterscheidet sich das Vendor Central so sehr vom Seller Central? Die kurze Antwort lautet, weil beide Programme ganz unterschiedlichen Zwecken dienen. Hersteller und Marken vergleichen Vendor Central und Seller Central, weil das Endergebnis das gleiche ist: Ihre Produkte werden bei Amazon zum Kauf angeboten.

Aber Amazon ist ein einzigartiges Unternehmen. Sie vereinen einen riesigen Marketplace und einen riesigen Einzelhandelsbetrieb auf derselben Plattform. Wenn Sie für einen Moment vergessen, dass es sich um dasselbe Unternehmen handelt, ist der Vergleich von Vendor Central und Seller Central wie der Vergleich des Verkaufs einzelner Artikel an Personen auf eBay mit dem Verkauf an einen großen Einzelhändler im Umfang von kompletten LKW-Ladungen. Es sind zwei völlig unterschiedliche Welten.

Wenn Sie nicht genau wissen, wie unterschiedlich Vendor Central und Seller Central sind, könnten Sie sich viele Probleme ins Boot holen. Seller gehen bisweilen davon aus, weil sie Erfolg auf Seller Central hatten, gleichfalls Erfolg auf Vendor Central haben zu müssen. So funktioniert das leider alles nicht.

Wenn Sie also Vendor Central in Betracht ziehen, denken Sie sowohl über die Art und Weise nach wie Sie Geschäfte machen möchten, als auch über die Vorteile, die es Ihnen bieten könnte. Und wenn Sie als ein Hersteller oder Vertriebshändler nicht bereit sind, direkt an Verbraucher zu verkaufen, macht Vendor Central viel Sinn. Sind Sie noch ein anderes Unternehmen oder eine kleinere Marke, dann sollte Seller Central wahrscheinlich einen Platz in Ihrer Strategie haben.

Wie lautet Ihr Hinweis zum Seller Central und / oder zum Vendor Central?

Seit 2014 trägt das Centrum für Digitales Handeln (CfDH) mit seinem Gründer Alexander Dominguez dazu bei, das Geschäft von Unternehmen im digitalen Umfeld einfacher zu gestalten.

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